German

July 15th, 2009  |  Published in Quotes

Die Karawanen brachten die Kostbarkeiten Indiens und Chinas nach dem Westen und die Kostbarkeiten der kunstverstaendigen Voelker des Mittelmeers nach dem Osten. Wichtiger als die Kostbarkeiten, die der Welthandel von fernen Voelkern zu fernen Voelkern brachte, war die schwerelose Fracht der Karawanen, die Fracht der Ideen. Durch die Syrische Wueste ist der Moench Olopoen nach Osten gezogen, um in China das Christentum zu verbreiten. Um die gleiche Zeit ist aus dem Osten die Kunde des Prinzen Gautama Buddha bis in ein einsames Kloster amd Toten Meer gedrungen. Im Kloster St.Sabas, das am Toten Meer liegt, hat ein Moench namens Johannes die Lebensgeschichte des Indischen Prinzen Josaphat aufgezeichnet. Dieser Prinz ist von der Kirche heiliggesprochen worden.
Die Kunde vom Leben des Prinzen Josaphat muss der Moench Johannes aus Indien gehabt haben. Wie die Gelehrten feststellen konnten, stimmt die Geschichte, die der Moench Johannes erzaehlt, in allen Einzelheiten mit der Geschichte des Lebens Buddhas ueberein.
Das ein Prinz, der die Liebe zu aller Kreatur gelehrt und ein Leben der Gnade gefuehrt hat, nur ein Christ sein koenne, war fuer den Moench Johannes am Toten Meer selbstverstaendlich. So ist, eine bezaubernde historische Arabeske, zufolge der Froemmigkeit eines gelehrten Moenches, wenn auch nicht Buddha selbst, so doch der Geist seiner Lehre heiliggesprochen worden. (Peter Bamm)

Wenn aber ein ungebildeter Mensch eben wie ein ungebildeter sich betraegt, was ist denn Schlimmes oder Seltsames daran? Sieh zu, ob du nicht vielmehr dich selbst anglagen solltest, dass solch ein fehlerhaftes Benehmen von diesem Menschen dir so unerwartet kam.
Besonders aber, so oft du dich ueber Treuelosigkeit und Undank von jemand zu beschweren hast, richte deinen Blick auf dein eigenes Innere. Denn offenbar liegt hier der Fehler auf deiner Seite, wenn Du einem Menschen von dieser Gesinnung zutrautest, das dieser sein Wort halten werde.
Und wenn du eine Wohltat erzeigst, so erwarte keinen Dank. Genuegt es dir nicht, dass du deiner Natur gemaess etwas getan hast, sondern verlangst du noch eine Belohnung dafuer? Also ob das Auge dafuer dass es sieht, oder die Fuesse dafuer dass sie gehen, einen Lohn fordern wuerden.

(Aus “Des Kaisers Marcus Aurelius Antoninus Selbstbetrachtungen”)

Den Rosengarten von Schiras
Durchwehte
Ein Klang
vom Liebeslied der
Nachtigal.
Scheik Sa’adi, der Weise Dichter,
Spaehte beim Vollmondlicht
Ins sternbesaehte All.
Und sann, was sind die Voelker
Dieser Erde?
Sie stamen ja aus eines
Schoepfers Hand!
Er hat damit sein Werk vollendet werde,
Hierzu den schoensten Edelstein
Verwandt.
So soll’n die Voelker bruederlich
Verbunden
In Ihrem Dasein auch
Zusammenstehen,
Und trifft ein Volk auf Not
Und Schmerz und Wunden,
Dann wird sein Leid die Anderen
Auch angehen.
Begreife Mensch, das der Gedanke kuendet,
Dass jeder, der die Lebensbahn
Durchkreist,
Des andern Elend,
Wo es sich auch findet,
Mitfuehlend, sich als wahrer
Mensch erweist!

Leave a Response